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TEC7 ORM3 | Staatsmeister Marcel Neulinger sorgt für Lancia-Premierensieg:

Neues Auto, neues Team, neue Sponsoren – derselbe Sieger: Marcel Neulinger war auch bei der Jännerrallye 2026 nicht zu schlagen. Der Norweger Martin Stenberg belegte Rang zwei, Nico Neulinger komplettierte das Podium.

Fotos: Harald Illmer; Text: Keke Platzer

Die Neujahrswünsche zahlreicher Rallyefans und -fahrer wurden erfüllt: Pünktlich zum Auftakt der 39. Jännerrallye setzte rund um Freistadt Schneefall ein – genau jene Bedingungen, die diesen Klassiker so legendär machen. Für die Piloten der TEC7 ORM3 in ihren zweiradangetriebenen Fahrzeugen bedeuteten die 166 Wertungskilometer damit eine noch größere Herausforderung.

Eine wichtige Reglementänderung betraf die TEC7 ORM3 bereits vor dem Start in die neue Saison. Historische Fahrzeuge mit 2WD-Antrieb werden künftig nicht mehr doppelt in der Historic Rallye-Staatsmeisterschaft (HRM) und der TEC7 ORM3 gewertet, sondern ausschließlich in der TEC7 HRM. Die ORM3 bleibt somit – wie international üblich – den modernen Fahrzeugen vorbehalten.

Beim „Rallye-Neujahrskonzert“ gab das jüngste Fahrzeug der Kategorie „Rally4“ den Ton an: die Rückkehr der Marke Lancia – mittlerweile Teil des Stellantis-Konzerns – in den Rallyesport verlief in Österreich auf Anhieb erfolgreich. Der amtierende ORM3-Staatsmeister Marcel Neulinger und Copilot Jakob Ruhsam pilotierten den brandneuen Lancia Ypsilon Rally4 HF – im auffälligen BWT/Windhager-Design – zu einem eindrucksvollen ORM-Debütsieg. „Wir müssen uns alle Daten erst erarbeiten, weil es keine Erfahrungswerte mit dem Auto gibt – schon gar nicht auf Schnee. Aber das Setup, das wir beim Testen gefunden haben, funktioniert, und die Zusammenarbeit mit den BRR-Mechanikern ist ausgezeichnet“, erklärte der Neuzugang im Team von Raimund Baumschlager. Mit über zwei Minuten Vorsprung gelang Neulinger ein ähnlich dominanter Erfolg wie im Vorjahr. „So leicht habe ich es mir nicht vorgestellt – das hat richtig Spaß gemacht. Ich bin mit dem Auto sofort gut zurechtgekommen“, so Neulinger, der 2026 neben der TEC7 ORM3 auch die Junior-ERC bestreiten wird.

Einzig der 23-jährige Norweger Martin Stenberg (Peugeot 208 R2) konnte Neulingers Tempo annähernd mitgehen. „Das ist crazy. In Norwegen fahren wir zwar auch auf Winterstraßen, aber das hier ist nochmal etwas anderes“, zeigte sich Stenberg bei seinem ersten Jännerrallye-Start beeindruckt. Nach einem Ausrutscher im Shakedown und verhaltenem Start lieferte sich der „Werkstatt911 – TEC7“-Pilot am ersten Tag ein enges Duell mit Nico Neulinger im zweiten Lancia, ehe er mit vier Sonderprüfungsbestzeiten am Sonntag Rang zwei fixierte. Für Stenberg bedeutet dieses Ergebnis die bislang beste Platzierung in Österreich.

Nach seinem Rally4-Debüt bei der Herbstrallye 2025 startete Nico Neulinger erstmals in der TEC7 ORM3 mit dem Ypsilon Rally4 HF. Statt Stammbeifahrer Jakob Ruhsam, der an der Seite seines Bruders Marcel saß, las Markus Pötscher die Ansagen. „Eine enorme Umstellung im Vergleich zum M1-Fiesta, den ich vorher gefahren bin“, so der Schenkenfeldener. Dennoch gelang ihm ein starkes Wochenende – er hielt beide Dirnberger-Brüder klar hinter sich und sicherte sich den dritten Platz. „Damit habe ich nicht gerechnet. Beim Testen hatten wir noch einen kleinen Ausrutscher, aber in der Rallye lief es umso besser. Jetzt brauche ich noch mehr Erfahrung, um meinen Fahrstil optimal ans Auto anzupassen.“ Was möglich ist, zeigte seine neuntbeste Gesamtzeit auf der Super Special in Freistadt.

Im familiären Duell der Dirnberger-Brüder setzte sich Lukas (Peugeot 208 Rally4) knapp gegen Raphael (Opel Corsa Rally4) durch. Mit den Rängen vier und fünf blieben beide allerdings hinter ihren Erwartungen zurück. „Im Schnee tun wir uns einfach schwer. Beim Testen hatten wir deutlich weniger Schnee. Am Samstag sind wir nicht ins Fahren gekommen, am Sonntag war dann nichts mehr zu holen“, resümierte Lukas Dirnberger ehrlich. Bei der nächsten Station im Rebenland wollen beide wieder an vergangene Leistungen anknüpfen.

Der Lavanttaler Thomas Traußnig (Peugeot 208 Rally4, Rang 6) musste bis zur abschließenden Powerstage auf ein echtes Erfolgserlebnis warten – dort holte er Platz zwei. Auch er klagte über mangelnde Erfahrung mit dem weißen Untergrund: „Das Gefühl für die Spikereifen fehlt uns, da sind uns die Einheimischen überlegen.“ Bester Nicht-RC4-Pilot wurde Roman Kopecek im Ford Fiesta MK8 ST auf Rang sieben. Dahinter klassierte sich Roman Mühlberger mit Beifahrerin Nadine Dolzer im neuen Opel Corsa Rally6 des Teams Wurmbrand Racing auf Platz acht. „Ich bin ehrlich gesagt mit der Hoffnung gestartet, dass es weniger Schnee gibt – das hat sich nicht erfüllt …“ Ohne Spikes, mit Seriengetriebe und ohne Sperrdifferenzial kämpfte sich Mühlberger tapfer durch und sammelte auf der Powerstage als Vierter sogar noch Zusatzpunkte. „Am ersten Tag sind wir in einen Graben gerutscht und haben viel Zeit verloren, aber der zweite Tag war wirklich herzeigbar.“ Sein Fazit: „Die Rally6-Autos haben Potenzial – ich würde mir wünschen, dass es künftig einen eigenen Cup dafür gibt.“

Winterfahrtraining.at Junioren-Staatsmeisterschaft:

Die Junioren-Wertung spiegelte auf den ersten beiden Positionen das Ergebnis der ORM3 wider – ein eindrucksvoller Beleg für das hohe Niveau der heimischen Nachwuchstalente. Der Jüngste, Marcel Neulinger (20 Jahre) jubelte auch hier über den Sieg, gefolgt von den jeweils 23-jährigen Martin Stenberg, Lukas Dirnberger und Thomas Traußnig.

Im Rahmen der Jännerrallye präsentierte sich mit einem Sonderangebot auch der neue ORM-Partner RP-TOOLS Werkstatt-Technik, die sich vor allem bei den Junioren engagieren werden. Auch heuer wieder werden am Ende des Jahres Preisgelder für die bestklassierten Nachwuchsfahrer ausbezahlt.

Im Frühling nehmen die TEC7 ORM3 und die Winterfahrtraining.at Junioren-Staatsmeisterschaft erneut Fahrt auf: Mit der Rebenland-Rallye (13./14. März) und der Lavanttal-Rallye (10./11. April) stehen zwei echte Klassiker auf dem Programm.

Ergebnisse:

Jännerrallye 2026 - TEC7 ORM3 (.pdf)
Jännerrallye 2026 - TEC7 Junioren (.pdf)

 

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