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Staatsmeister Königseder dominiert im schwarz-goldenen Lancia:

Der regierende Staatsmeister der TE7 HRM, Günther Königseder feierte beim Saisonauftakt, einer winterlich turbulenten Jännerrallye einen klaren Sieg. Im neuen ORC-Cup der Österreichischen Rallye Classics zeigte sich Jungpilot Sebastian Satzinger ebenso dominant.

Fotos: Harald Illmer; Text: Noir Trawniczek

Wie schon im Vorjahr holte der regierende HRM-Staatsmeister Günther Königseder seinen schwarz-goldenen Lancia Delta Integrale 16V aus der Garage, um mit seinem seit der Herbstrallye neuen Copiloten Lukas Pilz die Jännerrallye gleich einmal mit zwei Bestzeiten zu dominieren.

Wobei: Ganz so einfach war es nicht. Denn die Bedingungen waren diesmal besonders herausfordernd. Schneegstöber, Eis, Matsch - gerade für die historischen Boliden sind solche winterlichen Bedingungen immer auch harte Belastungstests…

Zudem kämpfte Königseder den gesamten Samstagvormittag über mit einer immer stärker rutschenden Kupplung - auf Schnee und Eis wenig prickelnd. So ergingen die Bestzeiten auf den Prüfungen 3 bis 5 an Patrik und Verena Gaubinger (SP3, SP5) sowie an Horst Stürmer/Rene Zauner (SP4). Da Königseder jedoch auf der Eröffnungs-SP gleich einmal satte 25,8 Sekunden an Vorsprung herausfahren konnte, blieb der Staatsmeister in Führung. Königseder erklärt: „Die Kupplung hat immer mehr gerutscht. Auf der Lasberg-Prüfung habe ich sogar kurz daran gedacht, ob wir nicht aufgeben sollen. Doch im Mittagsservice konnten wir glücklicherweise das Problem beheben.“

Und so flogen Königseder/Pilz quasi von einer Bestzeit zur nächsten, auch am Sonntag sah das nicht anders aus. Lediglich SP14 erging an das Ehepaar Gaubinger im Audi Quattro. Doch dann, auf der zweiten Superspecial in Freistadt, der vorletzten Prüfung also, musste Königseder noch einmal zittern: „Wir sind seitlich in die Leitschiene gerutscht, es gab vorne und hinten Blechschaden. Zuerst sind wir gar nicht gleich weg gekommen und ich wusste nicht, ob dabei die Reifen beschädigt wurden.“

Doch das „Hoppala“ ging glimpflich aus und so konnten Königseder/Pilz mit einer weiteren Bestzeit die Jännerrallye 2026 mit insgesamt 14 von 18 möglichen Bestzeiten und einem Vorsprung von 2:34,4 Minuten überlegen gewinnen. Die Führung in der TEC7 HRM verpflichtet: „Jetzt wollen wir natürlich auch im Rebenland mit dem Lancia an den Start gehen.“ Ob danach, wie im Vorjahr, ein anderes Auto aus der gut bestückten Garage geholt wird, lässt der Staatsmeister charmant offen: „Schau ma mal.“

Patrik und Verena Gaubinger belegten in ihrem Audi Quattro dann doch einen ziemlich klaren zweiten Platz und konnten in der Klasse 6.3 den Sieg einfahren. Auf Platz drei landeten Horst Stürmer und Rene Zauner auf einem weiteren Audi Quattro. Für Stürmer war wie für viele andere die Superspecial Freistadt besonders knifflig, denn dort durften wegen der Hallendurchfahrt keine Spikes verwendet werden. Stürmer berichtet: „Einmal sind wir in einer Links 3 vor dem Ziel geradeaus gerutscht - wir warteten nur noch auf den Einschlag, doch dann ist es sich zum Glück noch ausgegangen. Auf dieser Prüfung hatten viele ihre ‚moments‘ - auch Patrik Gaubinger hatte dort einen solchen Aha-Moment.“

Ansonsten zieht Horst Stürmer eine durchaus positive Bilanz: „Ich bin mit dem dritten Platz hoch zufrieden. Die Jännerrallye war wieder einmal eine tolle Veranstaltung und ich freue mich schon auf die weiteren Rallyes in dieser Saison. Wir werden heuer definitiv noch einige fahren.“

Für den mehrfachen Historischen Europameister Karl Wagner und seine Copilotin Gerda Zauner im knallgelben TEC7-Porsche 911 war es schon vor der Rallye klar, dass man mit dem Heckantrieb keine Siegchancen haben wird: „Es ist eine Winterrallye, eine sehr tolle übrigens - ich habe ja relativ wenig Erfahrung im Schnee, aber es hat richtig Spaß gemacht. Zuerst fuhren wir breite, dann wie fast alle anderen schmale Spike-Reifen. Doch es war uns von vornherein klar, dass wir hier nur möglichst viele Punkte mitnehmen können.“ Denn: „Wir fahren heuer auf Meisterschaft - und da kann jeder Punkt entscheidend sein.“

Jungpilot Satzinger siegt bei ORC-Premiere:

Im neuen ORC, den Österreichischen Rallye Classics - ein Cup für die Baujahre 1993 bis 2000, konnten Lokalmatador Sebastian Satzinger und sein Copilot Julian Wittinghofer einen überlegenen Sieg einfahren. Mit 16 von 18 möglichen Bestzeiten konnte das Duo im Mitsubishi Lancer Evo V einen Vorsprung von über zwei Minuten herausfahren.

Doch auch hier gab es sogenannte „moments“. Auf SP7 etwa hatte man Glück, wie Sebastian berichtet: „Da sind wir eine Böschung hinab gesprungen - zum Glück konnten wir aus eigener Kraft wieder auf die Strecke fahren.“ Aber auch eine weitere Unsicherheit kam hinzu: „Wir wussten nicht, ob die Kopfdichtung beleidigt ist. So haben wir immer wieder Wasser nachgefüllt.“ Am Ende durfte man erleichtert jubeln: „Ich möchte mich beim Team von Markus Steinbock, das unser Auto eingesetzt hat, ganz herzlich bedanken. Markus und die Mechaniker haben einen super Job erledigt.“ Die winterlichen Bedingungen seien ihm entgegengekommen, verrät Satzinger: „Im Schnee fühle ich mich einfach wohl.“

Sein Verfolger, der zweitplatzierte Julian Schartmüller (Subaru Impreza WRX, Copilotin Kerstin Pilz) sei stark gefahren, zeigt sich Satzinger als Sportsmann. Ob er nun als ORC-Leader weitere Rallyes im Visier hat? „Das muss ich noch überlegen. Sicher wäre es ein Traum, einmal eine ganze Meisterschaft zu fahren. Doch das hängt davon ab, ob wir noch Sponsoren finden können.“

Der dritte Platz hinter dem stabil auf Platz zwei liegenden Julian Schartmüller wechselte dramatisch. Zunächst nahm der legendäre Subaru-Pilot Robert Zitta den Podestplatz ein, doch nach einem Unfall auf SP9 rückte das Damenteam Pia Steffe /Nina Spitaler vor. Lange durften sich die beiden leider nicht über ein mögliches Podium freuen: Nach einem Defekt übernahmen Jürgen Pilz und Manuel Freudenthaler im Mazda 323 GT-R ab SP13 den dritten Platz, den sie auch bis ins Ziel halten konnten.

Ergebnisse:

Jännerrallye 2026 - TEC7 HRM (.pdf)
Jännerrallye 2026 - TEC7 ORC

 

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