Vorschau Bosch Super plus Rallye: 30. April - 01. Mai 2010

Mit der Bosch Super plus Rallye rund um Pinggau wird die Österreichische Rallye-Staatsmeisterschaft am Wochenende fortgesetzt. Nach dem packenden Saisonauftakt im Lavanttal wird erneut ein heißer Kampf um den Gesamtsieg erwartet. Vierzehn Sonderprüfungen über knapp 167 km stehen für die rund 80 Teilnehmer auf dem Programm.

Division I: Generationenduell

Viele haben es schon versucht. Ist 2010 nun das Jahr der Wende? Das Jahr der neuen Generation? Tatsache ist, Raimund Baumschlager könnte trotz Auftaktsieg im Lavanttal mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Die Bosch Super plus-Rallye wird zeigen, ob Andreas Aigner mit seinem Mitsubishi Lancer Evo X an die Leistung vom Saisonstart anschließen kann. Spannung ist angesagt, haben doch die Sonderprüfungen im steirischen Wechselland einen gänzlich eigenen Charakter. Highspeed-Asphalt mit Kurven, die ein großes Herz erfordern stehen rund um Pinggau an der Tagesordnung.

Ist einer der „lachende Dritte“?

Andreas Waldherr beklagte im Lavanttal früh den Verlust von 20 PS durch den Ausfall der gesamten Auspuffanlage. Genug, um es auch nach erfolgter Reparatur unmöglich zu machen, noch im Kampf um die ersten drei Plätze eingreifen zu können. Der Sieger von 2008 sinnt jedenfalls auf Revanche. Alles scheint möglich.

Die übrigen Kandidaten auf einen Spitzenplatz: Patrick Winter, dessen Stern vor genau einem Jahr im Wechselland so richtig aufging. Waldemar Benedict, der Sensations-Zweite von 2009, abermals im Peugeot S2000, Mario Saibel, Mitsu-Teamkollege von Andi Aigner, Beppo Harrach, stark zurück im Geschäft nach längerer ÖM-Abstinenz, und Lokalmatador Willi Stengg junior nach erfolgreichem Roll-Out seines Subaru in Kärnten.

Spannend, wie die Techniker von Stohl Racing mit den Erfahrungen vom Lavanttal umgehen. Erwarten kann man, daß Manfred Stohl im erdgasbetriebenen Peugeot 207 S2000 sich hinter den bisher Genannten einreihen wird. Seine Gegner wohl Franz Sonnleitner, Alex Tazreiter, Gerwald Grössing, Walter Kovar und Reinhard Pasteiner, alle in Evo IX-Modellen.

2wd: Markenvielfalt

Eine geniale Idee, das neue Championat für zweiradgetriebene Fahrzeuge. Sie hat eingeschlagen wie eine Bombe und zeigt Rallyesport vom Feinsten: Gleich acht Marken bewerben sich bei der Bosch Super plus-Rallye um Punkte, eine Vielzahl von Konzepten, Designs und Technologien. Der Traum aller Fans, die auch hinter die Division I blicken.

Trotz des Pechs beim Saisonauftakt muss Ford Fiesta-Pilot Hannes Danzinger als erster Favorit gesehen werden.

Lavanttal-Sieger Hermann Neubauer im Suzuki Swift S1600 hält natürlich dagegen, gibt aber zu, daß die kurze Übersetzung eines S1600-Boliden kein Vorteil auf den schnellen SPs des Wechsellandes ist.

Michael Kogler im VW Scirocco TDI war zumeist nur wenig hinter seinem Ex-Teamkollegen Danzinger zu finden und hat ebenso wie dieser Aufholbedarf.

Aus den Reihen dieser drei sollte der Sieger kommen, obwohl natürlich der eine oder andere jederzeit für eine Überraschung sorgen könnte. Vor allem der Niederösterreicher Alois Handler, der im Peugeot 206 RC erstmals in Gruppe A antritt. Selbstverständlich auch der zweite Suzuki-Junior Mario Klammer, Michael Böhm im Abarth-Kugelblitz, Daniel Wollinger im zweiten Diesel-Scirocco und sogar der Waldviertler Manuel Wurmbrand im fast historischen Seat Kit Car.

Division III: Suzuki ahoi!

Unglaublich, aber wahr! Von jenen Piloten, die 2009 dominiert haben, ist lediglich Raffael Sulzinger, Bayer mit österreichischer Lizenz, übrig geblieben. Und dessen Start ist nach dem Mega-Crash zum Auftakt im Lavanttal mehr als fraglich.

Klemens Haingartner, in Kärnten bestplatzierter Österreicher, ist leichter Favorit, vor allem Wolfgang Werner, Kurt Ruhringer und Michael Hofer – in Kärnten wegen Vaterfreuden nicht am Start – werden es ihm so schwer wie möglich machen. Peter Schauberger und Ex-Rallycrosser Alex Schiessling sind gleich dahinter einzuordnen.

Diesel: Familienbande

Alles andere als ein VW-Sieg wäre eine riesige Sensation. Auftaktsieger Michael Kogler wird es nicht so leicht haben. Er kann aber bereits einen großen Vorsprung auf seine Hauptkonkurrenten verwalten. Die kamen aus unterschiedlichen Gründen bisher nicht in die Punkte.

Scirocco-Kollege Daniel Wollinger liebt die schnellen Prüfungen. Seine Umstellung von Benzin-Ford Fiesta 2009 auf Diesel ist noch nicht abgeschlossen. Hermann Berger – sollte er sein Auto rechtzeitig ausbeulen können – hat gezeigt, dass sein Fünfer-Golf wesentlich leistungsstärker ist als noch 2009. Der Waldviertler Christian Mrlik bringt mit dem Subaru Impreza von Stohl Racing frischen Wind und Allrad-Antrieb in die Klasse. Er ist auf jeden Fall steigerungsfähig.

Gruppe H: Evo gegen Quattro

Einen interessanten Generationen-„Konflikt“ werden die Fans im neuen Gruppe H-Cup erleben. Einerseits verschiedene ältere Evo-Stufen des Mitsubishi Lancer, andererseits zwei Audi Quattro mit bester, aber mehr als doppelt so alter Technologie.

Auftakt-Sieger Alfred Kramer fehlt erwartungsgemäß. Favorit ist daher Philipp Lietz, Bruder von Universaltalent und Porsche-Werksfahrer Richard. Er belegte in Kärnten im Evo III Platz 2.

Hauptgegner sind die Quattro. Christof Klausner muss seine Energie im Zaum halten. Gelingt ihm das, ist dem Oberösterreicher fast alles zuzutrauen.

Für „Kuli“ Kohlhofer spricht wiederum der Lokalmatador-Bonus, er stammt aus dem Nachbarbezirk Weiz. Auf den Prüfungen um Pinggau war er immer enorm schnell unterwegs, oft in den Top-10. Der Wiener Eugen Friedl, Platz 3 in Kärnten, plant sich das Duell in Ruhe anzuschauen und im Evo VI Punkte zu sammeln.

Interessant die Premiere des Triestingtalers Jürgen Praschl mit einem BMW 330iS. Der Hecktrieb-Bomber aus einem deutschen Markenpokal kann für eine Überraschung sorgen. Als Ex-Volvo-Pilot ist Praschl Quertreiberei gewöhnt.

Historische: Kris und der Rest der Welt

Der „Rosenberger-Express“ könnte rollen. Gerade bei der „Porsche-Rallye“ im steirischen Wechselland, wo viel Leistung kein Nachteil ist.

Indes, gerade hier gab es immer wieder Überraschungen. Erneut werden gleich 20 historische Teams an beiden Rallyetagen vorne weg starten. Das Publikum wird daher gut aufgewärmt den Kampf um den Gesamtsieg der Bosch Super plus-Rallye genießen können.

Hinter Kris Rosenberger scheint alles offen. Da sind die „üblichen Verdächtigen“ von Ford, Sepp Pointinger und Gerhard Openauer in den Escorts.

Kurt Göttlicher hofft im Sierra Cosworth endlich Kilometer zu sammeln und bringt sicher Stimmung in die Servicezone am Pinggauer Freizeitsee. Koni Friesenegger will viele Punkte für Opel. Und dann sind da noch zwei Helden aus dem jüngsten Europameisterschaftslauf in Tschechien: Ernst Harrach lag im Mitsubishi Lancer Turbo dort zeitweise sogar in Führung, Porsche-Pilot Karl Wagner verlor nur knapp ein tolles Duell mit einem Ex-Europameister.

Downloads:

> Nennliste Bosch Super plus Rallye 2010 (.pdf)
> Zeitplan Bosch Super plus Rallye 2010 (.pdf)

Alle weiteren Informationen zur Bosch Super plus Rallye 2010 wie Zeitpläne, Nennlisten etc. finden Sie auf der Veranstaltungswebseite: www.bosch-rallye.at